Montag, 30. April 2012

Mahnwachen Termine

Bitte daran Denken:
HEUTE am 30.4.2012 KEINE Mahnwache, da Brückentag und wir auch etwas Zeit um "durchschnaufen" brauchen.
NÄCHSTE Mahnwache am Montag 7.5.2012 wie immer 18 Uhr Rathausvorplatz Freudenstadt

Grüße,
Dietmar

Atomkatastrophe würde Deutschland überfordern

Pressemitteilung des Umweltinstitut München:


Atomausstieg in ganz Europa!

München, 20. April 2012 – Am 26. April jährt sich die Tschernobyl-Katastrophe zum 26. Mal. Ein Leben in der Sperrzone im Umkreis von 30 Kilometern um den Atomkomplex ist nach wie vor nicht erlaubt, die Strahlung ist noch viel zu hoch. Wenn in Deutschland oder in grenznahen Gebieten unserer Nachbarländer ein Unfall wie Tschernobyl oder Fukushima geschieht, käme wohl jede Hilfe zu spät.
Laut Informationen des SPIEGEL belegt dies eine unveröffentlichte Studie des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), die vom Bundesumweltministerium nach Fukushima in Auftrag gegeben wurde. Die Radioaktivität würde sich demnach deutlich weiter ausbreiten, als bisher angenommen, ganze Städte müssten evakuiert werden. Dies sei in der bisherigen Notfallplanung aber nicht vorgesehen.
"Das Problem ist, dass unsere Katastrophenschutzpläne das Krisengebiet lediglich auf 25 Kilometer um den Unfallort eingrenzen", stellt Karin Wurzbacher, Physikerin im Umweltinstitut München, fest. Außerhalb dieses Bereichs seien besondere Katastrophenschutzpläne nicht erforderlich, so heißt es in den Rahmenrichtlinien. "Die Auswirkungen lassen sich aber nicht in zentrischen Kreisen mit genauer Entfernungsangabe einschränken", so Wurzbacher weiter. Zuletzt hat Fukushima gezeigt, dass auch in größeren Entfernungen eine extrem hohe radioaktive Strahlung auftreten kann.
Auch die Dauer der Radioaktivitätsfreisetzung wurde bislang zu kurz bemessen. Bisher unterstellte man in Szenarien nur eine Dauer von mehreren Stunden oder Tagen. Fukushima hat monatelang Radioaktivität emittiert, und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München, fordert deshalb: "Der Atomausstieg in Deutschland muss schneller gehen und auch europaweit umgesetzt werden." Bei einer Katastrophe im dicht besiedelten Deutschland oder in grenznahen AKWs unserer Nachbarländer würden Hilfsmaßnahmen scheitern, alle Katastropheschutzpläne wären Makulatur. Wenn man weiß, dass Fessenheim, einen Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, Frankreichs ältestes AKW ist und das schweizerische Beznau, zehn Kilometer von Deutschland entfernt, gar das Älteste der Welt ist, kann einem schon mulmig werden. Und Temelín mit seinen zahlreichen Störfällen, gut 60 Kilometer von Deutschland entfernt, lässt einen auch nicht wirklich ruhig schlafen", ergänzt Hacker.
Das Umweltinstitut München fordert, dass die neue Studie des BfS, die vom Bundesumweltministerium unter Verschluss gehalten wird, unverzüglich offengelegt wird. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, dass bei einer Atomkatastrophe im Ernstfall keine Hilfe möglich ist.

Donnerstag, 12. April 2012

Besuch der Stadtwerke Freudenstadt mit Diskussionsrunde


Die Bürgerinitiative „Mahnwache für Atomausstieg Freudenstadt“ besucht am Montag 16.4.2012 die Stadtwerke Freudenstadt. Dazu treffen sich alle Interessierte Gäste um 18 Uhr am Rathausvorplatz. Danach gemeinsamer Fußmarsch zu den Stadtwerken.

Der Besuch steht unter dem Motto „Diskussionsveranstaltung über erneuerbare Energie und mögliche Ansätze der Zusammenarbeit mit den Bürgern in gemeinsamen Projekten“.

Wir freuen uns auf rege Beteiligung und interessante Gespräche.

Bei Fragen im Vorfeld ist Dietmar Lust telefonisch zu erreichen.

Montag, 19. März 2012

NOTFALLPLÄNE FÜR ATOMUNFALL IN DEUTSCHLAND

Wie wenn wir in Freudenstadt es geahnt hätten...


Am 21.11.2011 haben wir in einem Brief an unseren Landrat Herrn Dr. Rückert angefragt wie es sich denn so bei uns mit der Nofallplanung verhält. Wo sind diese Pläne- können wir diese einsehen- wie sehen diese für uns aus?


Die Antwort war ernüchternd...siehe hier die Kopie der Antwort!


Doch dann lese ich heute den Beitrag "Mit Evakuierung überfordert" in der TAZ und komme schwer ins Grübeln und bin auch stink sauer über die Haltung unserer (Atom)regierung und des (Atom)ministers Röttgen.


Wo soll dies noch Enden?


Grüße,
Dietmar

Demo in Fessenheim am 10.3.2012

Eine kleine aber schlagkräftige Gruppe von uns Freudenstädtern fuhr zusammen mit der Offenburger Gruppe vom BUND und ATTAC zusammen nach Fessenheim.

Hier erlebten wir mal eine AKW Demo der anderen Art. Im sonnigen Oberrhein wurden wir von unseren französischen Mitstreitern super nett empfangen. Es gab Kundgebungsbeiträge in zum Teil 3!!! Sprachen.


Dienstag, 13. März 2012

Des isch durch! Warum protestiert ihr denn noch?


Rede Fukushima Gedenk- Tag 12.3.2012 Horb Dietmar Lust


Hallo liebe Freunde und Freundinnen, liebe Mitstreiter, Wegbegleiter, Mitbüger- MITMENSCHEN

Für die, die mich nicht kennen- mein Name ist Dietmar Lust, ich komme aus Freudenstadt.

Warum stehe ich jetzt gerade hier vor Euch?

Aus der lokalen Organisation der Menschenkette am 12.3.2011 wurde mehr- viel mehr.

Erschüttert, verunsichert und unsäglich traurig wurde kurzfristig am Sonntag 13.3. zusammen mit Walter Trefz- hier steht er- beschlossen, wir müssen unsere Mitbürger informieren, uns austauschen und dieser furchtbaren Unglückskette gedenken und mahnen.

In einer Telefonkette wurden Freunde, Bekannte informiert, Mails geschrieben und die Presse informiert.

Rund 150 Menschen versammelten sich darauf am Montag 14.3. auf dem Marktplatz in Freudenstadt. Über 200 Menschen am darauf folgenden Montag.

Damals.

Aber Warum sind wir heute hier?

Ich höre oft:

„Lasst doch die Demos bleiben- der Ausstieg ist beschlossen!“

Des isch durch! Dr Ausschtieg isch beschloßa!

Ist wirklich alles Durch? NEIN- NEIN und nochmal NEIN

Frei nach Goethe:

„Die ich rief, die Geister, / Werd’ ich nun nicht los.“

Genau so werden wir die teuflisch gefährliche Strahlung der Atomkraft nicht los.
Auch wenn der Chef der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEO), Hans Blix meint: >> Der Unfall von Fukushima sei nur ein Schlagloch auf dem Weg der Atomkraftentwicklung!<<



Ich zähle nur mal ein paar Punkte auf für die belegen, dass es eben nicht DURCH ist:

  1. Die weltweite Endlagerfrage nach wie vor unklar- JA wo hin denn mit dem „Dreck“- auf den Mars schießen? Jedes Kind weis, dass Mars verbrauchte Energie sofort wieder zurück bringt….

  1. Beispiel Gorleben –  ein nun belegter Trick der Regierung- bis jetzt nur besserer „Schafstall“ – halt aus Beton- Dieser wird vom Zwischenlager wohl bald zum Endlager mutieren.

  1. Wo und wie wird weiter gelagert in Deutschland… so wie in Frankreich? Unter dem Parkplatz der Fußballstadien und Fabriken, wie in Frankreich so peu a peu gerade rauskommt?

  1. Das Institut für Transurane, kurz ITU-> Forschung an 4. und 5. Generation AKWs unter Deckmantel der Müllaufbereitung und Medizin. DIREKT VOR UNSERER NASE in Karlsruhe. Gedeckelt und für uns rechtlich schlecht zu regeln, weil eine EU- Forschungseinrichtung. Muss diese Forschung sein, in einem Land, das gerade beschlossen hat, aus der Kernenergie auszusteigen? Auch hier gehen die Menschen auf die Straße. Es sollen nebenbei auch noch die Menge der eingelagerten Stoffe erhöht werden. Unter anderem größere Mengen PLUTONIUM

  1. Ausstieg sicher? Wurde schon einmal gekippt (Ende Oktober 2010)- wir haben ja noch 10 Jahre und min, 3 Bundestagswahlen- also noch „Zeit“ und Möglichkeiten genug, den Ausstieg aus dem Ausstieg wieder zu beschließen!

  1. Jetzt die quasi Entmächtigung des Parlaments durch den Vorstoß von Rösler und Röttgen zur „einfachen“ Regelung der Vergütungen für die Erneuerbaren Energien. Hier wird der Atomlobby mal kurz eine „Beruhigungs- Pille“ zugeschoben. Nen Atomzäpfle wäre meine Antwort für die Herren. Mit diesem Gesetz wird der Rückkehr zum Atomstrom wieder eine Tür geöffnet.

  1. AKWs die stillgelegt sind, sollen zum Teil nur „versiegelt“ werden- also ein „Hintertürchen“ fürs reaktivieren auch hier!

  1. Hermesbürgschaften für andere AKWs im Ausland
    1. Indien, Jaitapur: Geplanter Bau von 2-6 Europäischen Druckwasserreaktoren (EPR) in Erdbeben-Hochrisikozone (92 Erdbeben seit 1985). Erbitterter Widerstand vor Ort. Status:rgschaft angefragt.
    2. China, Haiwei: 50-60 AKWs – Anträge gestellt
    3. Brasilien, Angra 3: Antrag läuft! Es akt. Weitergebaut! Verhandlungen laufen.
    4. Großbritannien, Wylfa: rgschaft angefragt.
    5. Finnland: Pyhäjoki: rgschaft angefragt.

  1. was macht die EU? Polen, Skandinavien, …?? Hier müssen wir unser Auge drauf werfen- überall sollen neue AKWs gebaut werden- teils wehren sich die Bürger dort vor Ort. Sie benötigen auch Solidarität „über die Grenzen“ hinweg- denn Strahlung kennt keine Ländergrenzen- neuester Coup unseres „EU Energieministers Oettinger“ – sie wissen der Mann, der der Überzeugung ist, dass „westlich von Paris nur Wiesen und Kühe leben“- 40 neue AKWs in der EU sind „in der Schublade“. Und er befindet diese für Notwendig! Gestützt auf „Stresstests“ welche die Betreiber natürlich selber durchführen… hier fehlen mir die Worte.

  1. Wir sind die kritischen Beobachter und Mahner- WIR sind gefragt lokal und global den Politikern auf die Finger zu schauen- SIE vertreten unsere Meinung- also sollten sie…

  1. Rückbau eines AKWs- 20-40 Jahre hier lauern jede Menge Gefahren – mal vom Atomaren Müll der dann auch „Entgelagert“ werden muss!

  1. Lokale regenerative Energieprojekte sind noch zu wenig diese müssen wir anstoßen, begleiten, SELBER in die Hand nehmen. Bürgerenerige, Lokale Energie- und Wirtschaftskreisläufe sowie Möglichkeiten des „Eigenverbrauchs“ sind hier wichtige Punkte.

  1. Gesundheitliche Folgen werden nicht weniger! Sie werden mehr und oft unter fadenscheinigen „Studien“ vertuscht oder verharmlost.

  1. Aufklärung im Volk ist MANGELHAFT sei es Evakuierungs- und Nofallpläne. Wir haben beim Landkreis mal nachgefragt… OHNE WORTE! Fessenheim- ist unser „nächster Schrottreaktor“ Wo sind die Evakuierungspläne, …

  1. Spätfolgen Fukushima: Verseuchte Landstriche- Tokio mit Überhöhten Strahlenwerte- Wann kommen die ersten kranken Menschen, Kinder? Alle Opfer sollten nicht in Vergessenheit geraten.

  1. Es ist immer noch unklar was mit TOKYO passiert- die Strahlenwerte die gemessen werden sind teils mehr als bedenklich. Die Menschen vor Ort werden z.Teil im Ungewissen gelassen. Auch drohen schon weiter Erdbeben in der Region der havarierten und z.T. aktuell still gelegten AKWs. Was dann?

Ich könnte diese Liste noch weiter treiben- doch fehlt mir dazu manchmal die Kraft.

Mir fallen dabei immer wieder Hermann Hesses Worte ein:

„Die Welt erstickt in der Herzlosigkeit und Naturlosigkeit derer, von denen sie regiert wird.“

Darum müssen wir DRAN BLEIBEN- aufklären auch im kleinen, neue alternative Projekte anregen, Mahnen und erinnern.

Das wollte ich all denen mitgeben, die sagen:

Des isch durch!

Gebt denen diese Punkte an die Hand- mal sehen ob se dann immer noch so denken!

Ich freue mich auf neue Wegbegleiter bei unserer Aufgabe nicht los zulassen und „kritisch zu begleiten“-

vielleicht bis nächsten Montag- 18 Uhr vor dem Rathaus in Freudenstadt.

Einen schönen Abend noch Euch allen- und vielleicht nachher im Kloster bei der Ausstellung.


Dietmar Lust






Donnerstag, 8. März 2012

Zweitältestes schweizer AKW wird 2013 abgeschaltet


Mühleberg: Zweitältestes schweizer AKW wird 2013 abgeschaltet

Das schweizer Bundesverwaltungsgericht hat entschieden: Das zweitälteste schweizer AKW in Mühleberg geht aus Sicherheitsgründen ab Juni 2013 vom Netz. Dies ist keine kluge Entscheidung der leider sehr parteiischen schweizer Kontrollorgane oder der Politik, sondern ein Erfolg der Anti-Atom Bewegung der Schweiz. Das Gericht hat endlich die Beschwerde von AnwohnerInnen gutgeheissen, die sich gegen die unbefristete Betriebsbewilligung gestellt hatten. Das Gericht  hat erhebliche Zweifel an der Sicherheit  des Kernmantels und dessen Sicherung und auch die Kühlung ist schlecht abgesichert.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland gratuliert der Anti-Atom Bewegung der Schweiz zu diesem erneuten Erfolg. Auch der fest geplante Neubau von AKW konnte verhindert werden. Für das "atomare Dorf" der Schweiz ist dies eine erneute herbe Niederlage.
Dennoch sind die geplanten Proteste am Fukushima Tag in Mühleberg weiter notwendig und sinnvoll. Jetzt müssen wir uns verstärkt für die schnelle Abschaltung des ältesten AKW der Welt in Beznau kümmern.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Infos:
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/akw-muehleberg.html
http://www.menschenstrom.ch/intro/